Es ist kaum ein Jahr her, dass die Credit Suisse Group AG als eigenständige Bank Geschichte schrieb. Für viele Kunden wirft die Übernahme durch die UBS Fragen auf: Sind meine Konten sicher? Was passiert mit meinen Aktien? Und wer haftet eigentlich für die Verluste? Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen – mit nachvollziehbaren Fakten und klaren Handlungsschritten für Kunden in der Schweiz und international.

Mitarbeiter (2022): ca. 50.000 ·
Bilanzsumme (2022): ca. 500 Mrd. CHF ·
Übernahme durch UBS: 12. Juni 2023 ·
Gründungsjahr: 1856 ·
Sitz: Zürich ·
Letzter CEO: Ulrich Körner

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Wie viele Arbeitsplätze langfristig abgebaut werden
  • Ob weitere rechtliche Konsequenzen für ehemalige Manager folgen
  • Wie die Integration der IT-Systeme genau verläuft
3Zeitleisten-Signal
  • 1856: Gründung als Schweizerische Kreditanstalt
  • 2021: Greensill-Pleite, Archegos-Verluste
  • März 2023: Übernahme angekündigt
  • 12. Juni 2023: Übernahme abgeschlossen
4Wie es weitergeht

Sechs Eckdaten zur Credit Suisse Group AG, ein Vergleich: Die Bilanzsumme von rund 500 Milliarden CHF (2022) entspricht etwa der jährlichen Wirtschaftsleistung von Österreich.

Merkmal Wert
Gründungsjahr 1856
Hauptsitz Zürich
Letzter CEO Ulrich Körner
Mitarbeiter (2022) ca. 50.000
Bilanzsumme (2022) ca. 500 Mrd. CHF
Übernahmedatum 12. Juni 2023

Warum gibt es Credit Suisse nicht mehr?

Welche Faktoren führten zum Untergang?

Der Untergang der Credit Suisse war kein plötzliches Ereignis, sondern das Ergebnis jahrelanger Probleme. Drei Hauptfaktoren waren entscheidend:

  • Vertrauensverlust: Die Credit Suisse hatte jahrelang mit Skandalen zu kämpfen – die UBS (offizielle Mitteilung) bestätigt, dass die Bank massive Verluste erlitt.
  • Kapitalabflüsse: Allein 2022 zogen Kunden Milliarden ab.
  • Staatliche Intervention: Der Bundesrat und die FINMA ordneten die Übernahme an, um einen Kollaps des Schweizer Finanzsystems zu verhindern (Bundesrat (Schweizer Regierung)).

Das Muster: Eine Bank, die einst als Stabilitätsanker galt, verlor in Rekordzeit die Glaubwürdigkeit bei Anlegern und Kunden.

Welche Rolle spielten die Skandale?

Zwei Ereignisse beschleunigten den Niedergang: im März 2021 die Pleite der Fintech-Firma Greensill und im selben Jahr die Milliardenverluste durch den Hedgefonds Archegos. Die FINMA (Eidgenössische Finanzmarktaufsicht) stellte fest, dass die Credit Suisse die Risiken nicht ausreichend kontrolliert hatte (FINMA (Eidgenössische Finanzmarktaufsicht)).

Der springende Punkt

Die Credit Suisse war nicht wegen eines einzelnen Fehlers gescheitert, sondern weil eine Kultur aus laxen Kontrollen und übermässigem Risiko über Jahre hinweg das Vertrauen der Anleger zerstört hatte. Für die UBS bedeutete die Übernahme die Verantwortung, eine der grössten Banken-Integrationen der Geschichte zu stemmen.

Was ist mit Credit Suisse passiert?

Die Chronologie des Niedergangs

  • 1856: Gründung als Schweizerische Kreditanstalt.
  • 1997: Umbenennung in Credit Suisse Group.
  • 2008: Finanzkrise – Credit Suisse erhält staatliche Hilfe.
  • 2021: Greensill-Pleite und Archegos-Verluste in Milliardenhöhe.
  • 2022: Massive Kapitalabflüsse, Aktienkurs stürzt um fast 90 % ab.
  • März 2023: Übernahme durch UBS angekündigt.
  • 12. Juni 2023: Übernahme abgeschlossen – Credit Suisse Group AG besteht nicht mehr als eigenständige Einheit (NPR (US-Nachrichtensender)).

Die wichtigsten Ereignisse 2021–2023

Der Aktienkurs der Credit Suisse fiel von über 12 CHF (Anfang 2021) auf unter 1 CHF im März 2023 – ein Verlust von rund 90 % des Marktwerts. Die Kapitalabflüsse erreichten im vierten Quartal 2022 über 110 Milliarden Franken. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) stellte Liquiditätshilfen in Milliardenhöhe bereit, um eine systemische Krise zu verhindern (Bundesrat (Schweizer Regierung)).

Fazit: Die Credit Suisse verschwand innerhalb von zwei Jahren von der Bildfläche – ein Tempo, das selbst Branchenkenner überraschte. Für Anleger bedeutet dies: Der Totalverlust des Aktienwerts ist endgültig. Für Kunden hingegen: Die Einlagen sind geschützt, der Übergang läuft automatisch.

Wem gehört Credit Suisse?

Eigentümerstruktur vor der Übernahme

Vor der Übernahme war die Credit Suisse Group AG eine börsennotierte Aktiengesellschaft. Die grössten Aktionäre waren institutionelle Investoren wie BlackRock, Norges Bank und verschiedene Pensionskassen. Die Aktie verlor jedoch massiv an Wert – ein dramatischer Vertrauensverlust (UBS (offizielle Mitteilung)).

Wer ist jetzt der Eigentümer?

Seit dem 12. Juni 2023 gehört die Credit Suisse zur UBS Group AG. Die UBS hat die Credit Suisse vollständig übernommen – alle Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Verträge gingen auf die UBS AG über. Am 1. Juli 2024 wurde die Credit Suisse (Schweiz) AG aus dem Handelsregister gelöscht (UBS (offizielle Mitteilung)).

Die Konsequenz: Die einstige Nummer zwei der Schweizer Grossbanken ist nun Teil ihres grössten Konkurrenten.

Warum das wichtig ist

Für Anleger, die Credit-Suisse-Aktien halten, sind diese praktisch wertlos – die UBS-Aktie wurde im Tauschverhältnis von 22,48 CS-Aktien auf 1 UBS-Aktie ausgegeben. Für Kunden ändert sich hingegen nichts: Ihre Konten werden automatisch auf UBS umgestellt, ohne dass sie selbst aktiv werden müssen.

Wie hieß die CS früher?

Die Gründung als Schweizerische Kreditanstalt

Die Credit Suisse wurde 1856 von Alfred Escher als Schweizerische Kreditanstalt (SKA) gegründet. Sie finanzierte den Bau der Gotthardbahn und trieb die Industrialisierung der Schweiz massgeblich voran. Die SKA war die erste Bank, die sich auf die Finanzierung von Industrieunternehmen spezialisierte.

Namensänderungen im Laufe der Zeit

1997 erfolgte die Umbenennung in Credit Suisse Group, um die internationale Ausrichtung zu betonen. Die Bank war lange Zeit eine der grössten Banken der Schweiz und gehörte zu den globalen systemrelevanten Instituten. Heute ist die Marke Credit Suisse auf dem Rückzug – die UBS plant, sie schrittweise abzulösen (UBS (offizielle Mitteilung)).

Fazit: Die Credit Suisse war mehr als 160 Jahre lang ein Symbol für Schweizer Bankstabilität. Ihr Name verschwindet nun – doch die Dienstleistungen für die Kunden bleiben erhalten. Für die UBS ist die Integration der IT-Systeme eine der grössten Herausforderungen der Unternehmensgeschichte.

Was passiert mit Credit Suisse Konten?

Sind Ihre Einlagen sicher?

Ja, die Einlagensicherung bleibt vollständig erhalten. Die FINMA stellte am 19. März 2023 klar, dass Konten, Wertschriftendepots, Schalter, Bancomaten, E-Banking sowie Debit- und Kreditkarten wie gewohnt zugänglich bleiben (FINMA (Eidgenössische Finanzmarktaufsicht)). Die swissinfo.ch (Schweizer Nachrichtenportal) berichtete, dass Bankkonten bei Credit Suisse und UBS zunächst getrennt bleiben und Zahlungen sowie Überweisungen weiterhin möglich sind.

Wie läuft der Übergang zu UBS ab?

  1. Keine Aktion nötig: Kunden müssen nichts tun. Die UBS übernimmt die Konten automatisch.
  2. Weiterhin Zugang: Bis zur Migration können Kunden die gewohnten Credit-Suisse-Plattformen und Tools nutzen (UBS (offizielle Mitteilung)).
  3. Migration ab 2025: Die Mehrheit der Schweizer Kundentransaktionen wird schrittweise auf die UBS-Plattform umgestellt (UBS (offizielle Mitteilung)).
  4. Keine versteckten Gebühren: Änderungen an Konditionen werden rechtzeitig angekündigt.

Das Wichtigste für Kunden: Es besteht kein Handlungsdruck – der Prozess läuft automatisch und ohne zusätzliche Kosten.

Was zu beachten ist

Kunden mit Credit-Suisse-Konten sollten wachsam sein: Phishing-Mails, die angeblich von der UBS kommen, haben zugenommen. Die UBS wird niemals per E-Mail nach Passwörtern oder TANs fragen. Bei Unsicherheit immer die offizielle UBS-Hotline anrufen.

Zeitleiste: Der Weg der Credit Suisse

  • 1856 – Gründung als Schweizerische Kreditanstalt
  • 1997 – Umbenennung in Credit Suisse Group
  • 2008 – Finanzkrise – Credit Suisse erhält staatliche Hilfe
  • 2021 – Greensill-Pleite und Archegos-Verluste in Milliardenhöhe
  • 2022 – Massive Kapitalabflüsse, Aktienkurs stürzt ab
  • März 2023 – Übernahme durch UBS angekündigt
  • 12. Juni 2023 – Übernahme abgeschlossen – Credit Suisse Group AG besteht nicht mehr als eigenständige Einheit (NPR (US-Nachrichtensender))
  • 1. Juli 2024 – Credit Suisse (Schweiz) AG aus Handelsregister gelöscht (UBS (offizielle Mitteilung))
Fazit: Die Credit Suisse durchlief in 167 Jahren einen Aufstieg vom Pionier der Industriefinanzierung zur globalen Investmentbank bis hin zum abrupten Ende. Die Integration in die UBS ist der letzte Schritt – und für das Schweizer Finanzsystem der Beginn einer neuen, konzentrierteren Ära.

Bestätigte Fakten und offene Fragen

Bestätigte Fakten

  • Übernahme durch UBS ist abgeschlossen (NPR (US-Nachrichtensender))
  • Credit Suisse AG existiert nicht mehr als eigenständige Bank (UBS (offizielle Mitteilung))
  • Konten wurden auf UBS übertragen (FINMA (Eidgenössische Finanzmarktaufsicht))
  • Die Marke Credit Suisse wird schrittweise abgelöst (UBS (offizielle Mitteilung))

Was unklar bleibt

  • Wie viele Arbeitsplätze langfristig abgebaut werden
  • Ob weitere rechtliche Konsequenzen für ehemalige Manager folgen
  • Wie die Integration der IT-Systeme genau verläuft

Stimmen zur Übernahme

„Die Übernahme der Credit Suisse ist ein historischer Wendepunkt für das Schweizer Finanzsystem. Wir sind uns der grossen Verantwortung bewusst, die Stabilität und den Service für die Kunden zu gewährleisten.”

– Sergio Ermotti, CEO der UBS Group AG (Aussage gegenüber Medien)

„Die Übernahme war notwendig, um einen schwerwiegenden Schaden für das Schweizer Finanzsystem und die Wirtschaft zu verhindern. Die FINMA hat alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft.”

– Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA, Stellungnahme 19. März 2023 (FINMA (Eidgenössische Finanzmarktaufsicht))

Die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS verändert die Schweizer Bankenlandschaft fundamental. Für Kunden der Credit Suisse bedeutet dies: Sie werden automatisch zu UBS-Kunden, ohne dass sie selbst aktiv werden müssen. Die Einlagensicherung bleibt bestehen, die Konten sind sicher. Für Anleger hingegen ist der Totalverlust des Aktienwerts endgültig. Die Integration der IT-Systeme wird noch bis 2025 dauern – bis dahin können Kunden die gewohnten Plattformen nutzen. Für die Schweiz als Finanzplatz ist die Konzentration auf zwei Grossbanken (UBS und die Kantonalbanken) eine Herausforderung: Der Wettbewerb nimmt ab, die systemische Abhängigkeit von einer einzigen Bank steigt. Für Anleger und Sparer ist die Botschaft klar: Diversifikation bleibt das Gebot der Stunde, denn die nächste Krise kommt bestimmt – und dann darf die UBS nicht zu gross zum Scheitern sein.

Häufig gestellte Fragen

Wie sicher sind meine Einlagen bei der Credit Suisse?

Die Einlagensicherung gilt weiterhin. Die FINMA hat bestätigt, dass alle Konten und Depots geschützt sind. Die UBS übernimmt die Garantien.

Was passiert mit Credit Suisse Aktien?

Die Aktien wurden im Tauschverhältnis von 22,48 CS-Aktien auf 1 UBS-Aktie umgetauscht. Wer nicht getauscht hat, hält faktisch wertlose Papiere.

Wird die Marke Credit Suisse weitergeführt?

Nein, die Marke wird schrittweise abgelöst. Die UBS plant, den Namen Credit Suisse vollständig aufzugeben.

Wer war der Vorgänger von Ulrich Körner?

Ulrich Körner wurde im Juli 2022 CEO. Sein Vorgänger war Thomas Gottstein, der im Juli 2022 zurücktrat.

Welche Rolle spielte die Schweizer Regierung bei der Übernahme?

Der Bundesrat und die FINMA ordneten die Übernahme an und stellten Liquiditätshilfen der SNB in Milliardenhöhe zur Verfügung, um einen Kollaps zu verhindern.

Kann ich noch ein neues Konto bei Credit Suisse eröffnen?

Nein, die Credit Suisse nimmt keine Neukunden mehr an. Kontoeröffnungen erfolgen nur noch über die UBS.

Wie lange dauert die Integration der Konten?

Die Migration der Mehrheit der Schweizer Kundentransaktionen auf die UBS-Plattform wird schrittweise ab 2025 erfolgen. Bis dahin bleiben die bestehenden Plattformen nutzbar.

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